Vermisste Tiere

Häufig wenden sich verzweifelte Tierhalter an mich, wenn ihr Tier entlaufen oder entflogen ist. Viele KollegInnen bieten Gespräche mit verschwundenen Tieren nicht an, weil es ein schwieriger Bereich der Tierkommunikation ist. Mir ist es jedoch ein Anliegen, besorgte Tierbesitzer in Ihrer Suche zu unterstützen und dem Tier die Möglichkeit zu geben, Hilfe zu bekommen, so es sie denn braucht. Es gibt keine Erfolgsgarantie. Nicht alle Tiere kommen wieder nach Hause, aber ich konnte schon einige Male dabei helfen, dass Tiere wieder zu ihren Menschen gefunden haben und umgekehrt.


In einem Gespräch mit einem verlorengegangenen Tier versuche ich zunächst zu erfühlen, ob das Tier noch im Körper ist. Dann bitte ich das Tier mir zu erklären, was aus seiner Sicht dazu geführt hat, dass es verschwunden ist. Ich lasse mir die Umgebung, in der es sich befindet zu beschreiben: ist es drinne oder draußen? Was sieht es? Gibt es Gebäude, Straßen, Felder, Wald oder Gewässer? Wie ist der Boden unter den Füßen beschaffen? Weiß es wo es ist und kennt es den Weg nach Hause? Und eine sehr wichtige Frage: Was braucht es, um wieder nach Hause kommen zu können? Oder kann es einen markanten Punkt in der Umgebung geben, an dem sein Besitzer es finden kann?

Trotzdem ist es nicht immer einfach, Kontakt zu vermissten Tieren herzustellen und hilfreiche Informationen zu erhalten.

Warum vermisste Tiere so schwierige Fälle sind:

Emotionen

Oftmals sind starke Emotionen im Spiel, wenn ein Tier verloren geht. Der Tierhalter ist besorgt und hat vielleicht sogar Schuldgefühle. Das Tier ist evtl. verwirrt, ängstlich, unter Schock, verletzt oder auch wütend.

Zudem kann es vorkommen, dass es einen gewissen Erwartungs- und Erfolgsdruck an den Tierkommunikator gibt. Starke Gefühle können aber die Kommunikation beeinträchtigen.

Eine gute Idee kann es z.B. sein als Tierbesitzer Notfalltropfen (Bachblüten) zu nehmen und versuchen, so ruhig wie möglich zu bleiben.

Ortsangaben

Oftmals können Tiere mir relativ genau die Umgebung beschreiben, in der sie sich gerade befinden. Das Problem daran kann aber sein, dass für sie andere Dinge relevant sind, als für uns. Straßennamen und markante Gebäude sind ihnen einfach nicht so geläufig, sie berichten oft von Bäumen, Sträuchern, Bauten wilder Tiere, Gerüchen etc. mit denen der dazugehörige Mensch vielleicht nicht so viel anfangen kann. Auch die Größenangaben und Entfernungen können von Tieren ganz anders wahrgenommen werden als von uns. Wir leben zwar in der gleichen Welt, aber unsere Wahrnehmung unterscheidet sich in solchen Punkten deutlich.

Warum verschwunden?

Dann gilt es die Frage zu klären, ob das Tier versehentlich verloren ging oder es ob absichtlich verschwunden ist.

Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Tiere eigentständige Wesen sind. Auch wenn sie mit uns Zusammenleben und uns lieben und wir sie. Gerade Katzen haben manchmal klare Gründe dafür zu gehen. Das kann sein, dass sich die Lebensumstände so geändert haben, dass sie sich damit nicht arrangieren können oder wollen. Oder aber, dass anderswo neue Aufgaben auf sie warten. Manche Katzen machen sich aber gerade im Sommerhalbjahr gerne mal auf Wanderschaft. Manchmal ist ihnen dabei gar nicht bewusst, dass ihre Menschen sich Sorgen machen und sie vermissen. Manchmal kommt ihnen die Zeitspanne auch gar nicht so lange vor, wie ihren Menschen, weil sie es als Abenteuer erleben und die Zeit wie im Fluge vergeht.

Es kann aber auch passieren, dass sie einen Unfall hatten, ihre Neugier ihnen zum Verhängnis wurde und sie versehentlich irgendwo eingesperrt sind. Oder dass sie nach einer Auseindersetzung mit einem Artgenossen oder einem Wildtier aus unterschiedlichen Gründen nicht nach Hause kommen/finden können.


Körperliche Wahrnehmung

Es kann bei Tieren, die z.B einen Unfall hatten, und plötzlich verstorben sind passieren, dass sie durch den Schock nicht realisieren, dass sie nicht mehr im Körper sind. Genauso kann es aber auch passieren, dass sich ein Tier anfühlt, als wäre es nicht mehr im Körper, wenn es unter Schock steht, oder wenn es z.B. bewusstlos ist oder einen epileptischen Anfall oder Schlaganfall hatte.

Was Du tun kannst, wenn Dein Tier verschwunden ist:


  • Versuche ruhig zu bleiben, nimm evtl. Notfalltrofen

  • Informiere Tierheime, Tierschutzvereine, Tasso, Tierärzte und ähnliche Einrichtungen

  • Verteile Flugblätter

  • Sprich Nachbarn an und bitte sie, in Garagen, Gartenhäuser und ähnlichem nachzuschauen

  • bitte Krafttiere, Engel, spirituelle Begleiter, Gott, den Großen Geist jenachdem wer Dir nahe steht um Hilfe und um Begleitung für Dein Tier

  • Stelle Dir in Gedanken eure Verbindung als Schnur aus Licht vor, damit Dein Tier zu dir zurückfinden kann

  • Hunde kommen oft an den Ausgangspunkt, an dem sie verloren gingen zurück, versuche also häufig dort zu sein.

  • Stelle Dir vor, wie sehr du Dich freust, wenn Du Dein Tier endlich wieder in die Arme schließen kannst

  • Wenn Du einen Tierkommunikator hinzuziehen möchtest, tue dies am besten in den ersten Tagen nach dem verschwinden, die Erfolgschancen sind dann höher. Vieles lässt sich dan noch besser nachvollziehen, inbesondere, der Weg, den sie genommen haben


Ein Beispiel

Einer meiner ersten Fälle ,in dem es um ein verlorenes Tier ging, war direkt zu Beginn meiner Tätigkeit als Tierkommunikatorin. Ich wurde kontaktiert, weil eine Katze im Umzugsgetümmel verloren ging. Die Besitzer glaubten, sie wäre durch die Tür gehuscht und nun in der Stadt unterwegs. Ich sollte die Katze bitten, wieder zum Haus zurückzukehren, damit die Besitzer sie mit in die neue Wohnung nehmen konnten. Ich nahm also Kontakt zur Katze auf. Sie war sofort in Abwehrhaltung und sehr skeptisch. Sie sagte direkt, sie würde nicht umziehen! Auf Revierstreitereien hätte sie keine Lust! Ich fragte nach, weil sie eine Wohnungskatze war und ich daher nicht sicher war, wie sie das meinte. Ich sagte ihr, wenn sie eh in der Wohnung leben würde, gäbe es dort doch keine Katzen und damit keine Revierstreitereien.

Sie antwortete prompt: „Um die Wohnung! Ich will nicht um die Wohnung kämpfen!“ Da verstand ich endlich. Die Katze konnte sich unser System nicht vorstellen, dass eine Wohnung mit Geld zu mieten oder zu kaufen ist. Sie war der Überzeugung, man müsse darum kämpfen und die bisherigen Bewohner vertreiben und dabei wollte sie nicht mitmachen. Punkt.

Ich erklärte ihr dann das System und warum deshalb kein Kampf nötig war. Sie war total erleichtert. Auch wegen ihrer Menschen, um die sie sich gesorgt hatte. Nun war sie endlich bereit, mir zu sagen, wo sie sich befand. Sie beschrieb mir, dass sie auf einem Balken sass, ich konnte kalten Rauch riechen und über ihr Dachpfannen wahrnehmen und schloss darauf, dass es sich um den Dachboden handeln musste. Sie sagte auch, sie hätte das Haus gar nicht verlassen. Die Katze bat darum, wo nun alles geklärt war, SOFORT abgeholt zu werden, weil sie riesigen Hunger hatte.

Ich informierte die Besitzer und sie fuhren sofort los. Große Hoffnungen hatten sie nicht, denn das Haus hatten sie unzählige Male vom Dachboden bis in den Keller abgesucht. Aber tatsächlich, als sie auf den Dachboden traten, kam die Katze aus einem Loch neben dem Schornstein. Sie hatte auf einem Balken unter den Dachpfannen gesessen.


Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell es im Zusammenleben mit anderen Spezies zu Missverständnissen führen kann. Und dafür, dass es manchmal nur eines klärenden Geprächs bedarf.